AH- Radtour 07. – 10.6.2007:

 

Wie jedes Jahr fand auch dieses Jahr wieder eine Radausfahrt der AH statt. Als wir um 8 Uhr in den Kronenhof einfuhren saß bereits ein einsamer Reiseleiter namens Nik auf der Treppe und wartete, ein Umstand den es beim KSV so noch nie gab und allen Teilnehmern einen ungläubigen Gesichtsausdruck entlockte. Wir, das waren Walter, Hans, Udo, Nik und Martin, hatten uns den Moselradweg zum Ziel gemacht und wollten von Trier bis Koblenz fahren, was heißt wollten, wir taten es. Doch beinahe hätte uns die Bundesbahn einen Strich durch die Rechnung gemacht, dazu später mehr. So sind wir erst mal die Marbacher Straße hochgeradelt um am Mohrenköpfle unseren Mitradler Herbert zu begrüßen, der hatte Brezeln (mit Leberwurst) und eine Flasche vergorenen Fruchtsaft dabei, ein Umstand den es beim KSV schon oft gab, also zufriedene Gesichtsausdrücke. Somit waren wir schon mal zu sechst, bessere Voraussetzungen für einen 6er Gaigel kann´s kaum geben. Nach der Verabschiedungszeremonie (von wem wohl) sind wir dann über Tamm nach Bietigheim gefahren und dort auf den Enztalradweg eingebogen. Über Bissingen, Oberriexingen und Enzweihingen sind wir dann nach Vaihingen gekommen. Ach ja Thema Bundesbahn, um nach Trier zu kommen hatten wir Zugfahrkarten eigentlich von Ludwigsburg aus gebucht, um den Tag aber auch ein bisschen zum Radeln zu nutzen hatten wir uns entschlossen die ersten 35km nach Vaihingen/ Enz zu radeln und erst dort auf die Bahn umzusteigen. Eine gute Entscheidung, denn als wir in Vaihingen in unseren IC einstiegen war von dem Regional Express aus Ludwigsburg weit und breit nichts zusehen. Glück gehabt, aber auch ein bisschen Pech, denn die Drehscheibe am Bahnhof, die uns die Wartezeit ein wenig verkürzt hätte, hatte zu. Unsere nächste Hürde war das Umsteigen in Koblenz, aber auch das hat gut geklappt und wir steuerten Trier an. Vom Zug aus konnten wir unsere Strecke schon mal von der einen Seite betrachten. In Trier angekommen trafen wir dann unsere Mitradler Guido und Gockel, die Vorraussetzungen für die Königsdisziplin, denn 8er Gaigel, waren somit erfüllt. Die zwei Kameraden hatten in der Zwischenzeit die schwierige Situation mit der Unterkunft geklärt und uns im Hotel Monopol am Bahnhof einquartiert, musch halt schwätza mit de Leit. Nach dem Begrüßungsumtrunk machten wir dann eine Stadtrundfahrt mit der Bimmelbahn um die Sehenswürdigkeiten von Trier abzuklappern, ein bisschen Kultur kann schließlich nicht schaden. Zum Abendessen setzten wir uns dann unter einen der unzähligen Schirme auf dem Marktplatz (oder war´s der Rathausplatz) von denen es so viele gab dass man auch mal schnell im falschen Lokal sitzt und mit der Speisekarte vorlieb nehmen muss die gereicht wird. Zu jazziger Livemusik wurde dann gespeist um danach noch ein bisschen herumzuschlendern und schließlich im Hotel den Absacker einzunehmen.

 

 Zum Frühstück waren alle pünktlich und wohlgestärkt konnten wir den Moselradweg ansteuern. Vorbei an Weinbergen mit gewaltigen Steillagen kamen wir nach Köwerich, wo wir in einer Straußwirtschaft Mittag machten. Dort verblüffte uns unser Sonnenanbeter Guido, er setzte sich unter den Schirm in den Schatten und nicht in die Sonne, mussten wir uns etwa schon wieder umgewöhnen? Der einzige auf den wir uns da voll und ganz verlassen konnten war unser Hans, ein Schnitzel zum Mittagessen und die Welt war wieder in Ordnung. Ach übrigens, die Straußwirtschaft ist vergleichbar mit unseren Besen, nur dass eben ein Strauß und kein Besen rausgehängt wird. Aber da sind wir dann schon flexibel. Zielstrebig ging´s dann weiter bis nach Bernkastel wo wir nach 75km die nächste Übernachtung eingeplant hatten. Dass sich ausgerechnet in unserer Herberge die Kellerbar befand, die am längsten offen hat und als Treffpunkt für Spätheimkehrer galt, konnten wir nicht wissen. Aber man muss halt mit jeder Situation fertig werden. Wenn nur diese laute Musik nicht gewesen wäre.....

 

 Am nächsten Morgen alles ganz normal, Frühstück, Rad packen und los ging´s. So langsam aber sicher bahnte sich an was unvermeidbar war, der 8er Gaigel. Eine schön gelegene Straußwirtschaft (was sonst) hatten wir uns für den ersten Schlagabtausch ausgesucht. Nach der deutlichen 1:0 Führung griff das überlegene Team zu einer cleveren Finte und ließ (kontrolliert) den Ausgleich zu, um die Entscheidungsschlacht auf den Sonntag zu vertagen. Während des Gaigels hatte es sich etwas zugezogen und die ersten Kommentare „do kommt no ebbes“ waren zu hören. So war es dann auch. Ein Regenschauer zwang uns in Burg in ein Cafe (ohne Strauß) wo unser Cappuccino König wieder in seinem Element war. Während dessen hatte einer die Weichei- Idee mit dem Schiff bis Cochem zu fahren. Die wurde aber sofort wieder verworfen und mit Regenjacke ging`s weiter nach Cochem. Am Fuße der mächtigen Reichsburg bezogen wir nach 80km unser Quartier, das Burghotel. Das in Cochem ein Weinfest war konnte natürlich niemand ahnen, manchmal trifft es einen schon ganz schön hart innerhalb weniger Tage. Nach dem Abendessen im Burghotel stürzten wir uns dann ins Getümmel um den armen Winzern ein paar Ihrer Weinflaschen abzunehmen. Wenn nur auf dem Festplatz nicht wieder diese laute Musik gewesen wäre.....

 

 Am nächsten Morgen stand zuerst mal eine Bergwertung auf dem Programm. Wenn man schon unter der Burg nächtigt, muss man sie auch besichtigen. Nach einem kernigen Anstieg wurden wir mit einer tollen Aussicht belohnt. Genauso gut war die Führung und wir waren uns einig, das hat sich gelohnt. Nach ersten Startschwierigkeiten ging´s dann weiter Richtung Koblenz. Nach 30km machten wir in Alken in der Fußgängerzone Mittag. Gut gestärkt radelten wir, auf der Suche nach einem geeigneten Schlachtfeld, weiter Richtung Koblenz. Ein Cafe in der Fußgängerzone in Winningen sollte der Schauplatz des großen Finales werden. Nachdem geklärt wurde welche Tische nun zusammengestellt werden ging´s los. Und schon wieder eine Finte vom überlegenen Team, man lässt den Gegner einfach 8:4 führen und wiegt in so in Sicherheit. Dann kräftig anziehen und nicht mehr locker lassen. Nicht mal die Bundesligaerfahrung von Herbert hat da noch was genützt. Mit 0:3 stand das überlegene Team als klarer Sieger fest und wieder mal zahlt rechts. So schön der Gaigel auch war (zumindest für´s überlegene Team) er brachte uns noch eine kleine Dusche ein. 5km vor Koblenz wurden wir kräftig geduscht und verhagelt. Weintraubengroße Hagelkörner stellten für so manchen Fahrradhelm eine ganz schöne Prüfung dar. Als es dann ein wenig nachließ packten wir das letzte Stück an um 5 min. vor dem Ziel noch einen Platten einzufahren. Neuer Schlauch rein und weiter ging´s. Am Bahnhof in Koblenz hatten wir dann noch eine Stunde Zeit bis unser IC eintraf. Über Mainz und Mannheim fuhren wir nach Karlsruhe um dort auf den Regionalzug umzusteigen. Als der dann in Ludwigsburg eintraf war es schon ganz schön spät aber alle Beteiligten waren sich einig, dies war wieder eine gelungene Radausfahrt der KSV AH. Bis zum nächsten Jahr.        MS